Papyrus, das Papier der Pharaonen

Papyrus hieß im alten Ägypten pa-per-aa. Die Übersetzung ist denkbar einfach. Der Pharao besaß das Monopol für die Herstellung von Papyrus, daher setzt sich das Wort pa (Besitz) und peraa (Pharao) zusammen.

Herkunft von Papyrus

In hervorragender Qualität und menge wuchs Papyrus einst im Nildelta, dem Papyrusland. Der dreieckige Stängelschaft wird bis zu 6 Meter hoch und trägt an der Spitze eine Dolde. Sein Bild wurde zum Hieroglyphenzeichen für "grün". Der stilisierte Papyrus war das Zepter ägyptischer
Göttinen. Papyrussträuße brachte man den Göttern zum Opfer dar. Seine Form diente als Vorbild für steinerne Säulen, die Decken von Tempeln und Gräbern trugen. Aus den Stängeln der Papyruspflanze fertigte man Boote, Seile, Körbe und Sandalen. Griechen und Römer lernten Papyrus von den Ägyptern kennen und führten es in Europa ein. Dort war es bis zum 2. Jahrhundert n. Chr. verbreitet, bis es vom Pergament verdrängt wurde. Später ging man zum Gebrauch des Papiers über, das aus China nach Europa gekommen war.

 

 

 

Herstellung von Papyrus 

Die heutige Herstellung im Nildelta ist immer noch vergleichbar mit der Arbeit zur pharaonischen Zeit.   








 


Die Papyruspflanze kann in der Sommerzeit eine Höhe von bis zu 6 Meter erreichen. Bei der ganzjährigen Ernte werden die Stengel am Wurzelansatz abgeschnitten. Ebenso wird der doldenartige Blütenkopff entfernt. Zu handlichen Bündeln zusammengefasst, gelangen die Papyrusstengel auf einen Eselskarren und werden am Ende in die verschiedene Familienbetriebe transportiert. 

 

 

 







Zuerst werden die Stengel in die benötigen Längen, meist 30 cm und 40 cm zurechtgeschnitten. Nachdem die äußere, grüne Rinde abgeschält wird, schneiden die Frauen das freigelegt weiße Mark in dünne Streifen. Die weißen Markstreifen gelangen in ein Wasserbecken und werden dort mehrere Stunden eingeweicht.   

Nach dem Einweichen, werden die dünnen Streifen zuerst in horizontaler Richtung zu einem Blatt gelegt. Die nächsten Streifen gelangen in vertikaler Richtung darüber. Nun ist bereits deutlich ein Papyrusbogen zu erkennen. Das so entstandene Blatt wird in eine Lage Baumwollstoff eingeschlagen. Von diesen werden ca. 40 Bogen übereinandergelegt. 









Der ganze Block wird ein eine Presse eingespannt und dann für 12 Stunden unter konstantem Druck in dieser Presse gelassen. Dabei verbinden sich die einzelnen Streifen durch den verbliebenen Zucker zu einem Papyrusbogen. Zur Nachbehandlung werden die Bogen nach dem Pressvorgang nochmals zwischen Trockenfilze gelegt, um ihnen so die restliche Feuchtigkeit zu entziehen. Dabei werden die Bogen ebenfalls wieder für etwa 12 Stunden in die Presse gespannt. 




Durch die beschriebene Herstellungsweise entsteht ein Werkstoff, der durch seine Ursprünglichkeit und Einzigartigkeit besticht. Papyrus ist ein robustes und vielseitiges Material mit einer ganzen Palette an Gestaltungsmöglichkeiten.